
„So a schöner Tag!“ – mit der „größten Freibad-Polonäse der Welt“.
Einer der Besucher war extra über die Sieben Weltmeere angereist, alle anderen kamen eher aus Bruchsal und der näheren Umgebung. Das Fest am Sonntag, 4. Juli, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bruchsaler Freibads war bei erstmals tagsüber wieder erträglicheren Außentemperaturen von knapp unter 30°C, Wassertemperaturen um 26°C und trotz festlicher Konkurrenz in Bretten, Durlach oder anderswo ein voller Erfolg. Exakt 3.590 Badegäste zählten die Damen an der Kasse des SaSch! an diesem Feiersonntag. Die Besucher fanden über den ganzen Tag verteilt, von 9 Uhr bis kurz vor 20 Uhr, ihren Weg ins Bad, um Abkühlung zu finden. Auf dem SaSch!-Parkplatz und in zweiter Reihe davor hieß es bereits gegen 11 Uhr: Rien ne va plus!
11:30 Uhr. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Bruchsal GmbH (SWB), Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, übernimmt die offizielle Eröffnung. In ihrer kurzen Ansprache vergleicht sie die durchschnittliche Besucherzahl von 125.000, die das SaSch! seit seiner Generalsanierung von September 2001 bis Mai 2003 im Durchschnitt jährlich mobilisiert, mit der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Pforzheim. Dass das Bruchsaler Freibad 50 Jahre bestehen konnte, führt sie auf zwei wesentliche Faktoren zurück: Einerseits seien die Betreiber mit der Zeit gegangen und hätten entsprechend die Weiterentwicklung des Bades sowohl an den technischen Anforderungen, als auch an den Wünschen und Bedürfnissen der Bade- und Saunagäste orientiert. Andererseits gäbe es da die Menschen, die „Verantwortung im Bad übernehmen – im Badebetrieb, an der Kasse und in der Gastronomie“. Ihnen und allen an der Vorbereitung des Freibadfests Beteiligten gilt ihr Dank. Aber auch den im Bad trainierenden Vereinen als „Verbündeten“, dem Bruchsaler Schwimmverein e.V., der DLRG Ortsgruppe Bruchsal e.V., dem Kanuverein Bruchsal e.V., der Pugilist Boxing Gym e.V. Bruchsal, dem Verein für Sport und Gesundheit e.V. in Bruchsal und Heidelsheim, dem Kneipp-Verein Bruchsal e.V. sowie dem TV Forst Triathlon. Am Ende ihrer Rede wünscht sie sich, noch mehr Menschen würden das Bad annehmen, und gibt das Kommando an die SWB-Mitarbeiter im Hubsteigerkorb, das Netz mit den blauweißen Jubiläums-Wasserbällen, das hoch über den Köpfen der ungeduldig im Erlebnisbecken wartenden Badegäste aufgehängt ist, zu öffnen. Umrahmt wird ihre Rede mit einer stimmigen Musikauswahl und dem gewohnt guten Ton der Stadtkapelle Bruchsal unter der Leitung von Wolfgang Wittke, die ob des Badegeschehens unverdientermaßen ein wenig in den Hintergrund tritt.
Während sich Bruchsals Verwaltungschefin mit dem Geschäftsführer des Stadtwerke-Unternehmensverbundes, Peter Solberg, und den geladenen Gästen zu einem Rundgang durch das wunderschöne Freibad aufmacht und interessiert bei den Infoständen der DLRG und der AOK Station macht, versucht sich Käpt’n Blaubär zum Amüsement seiner Fans für einen Moment im Dirigieren der Stadtkapelle. Jetzt mischt sich das „Pool in Action“-Animationsteam ins Geschehen ein. Stefanie Knerr, Geschäftsführerin der Stellwerk GmbH, die für das Event verantwortlich zeichnet, verfolgt das bunte Treiben als Regisseurin aus dem Hintergrund. Ihre Crew, die an den einheitlich türkisblauen Poloshirts klar auszumachen ist, sorgt für die Action. Nico und Thomas, die Männer, sind hauptsächlich für die Technik und die musikalische Partystimmung zuständig. Sie übernehmen aber auch mit Laura, Yvonne und Selam die Animation am Beckenrand. Constance Klemenz, Theater-Schauspielerin, Moderatorin und Synchronsprecherin, heizt die Kids an. Es gilt, gemeinsam den Ehrengast zu rufen. Wer war das doch gleich? „Käpt’n...“, legt die Moderatorin der Menge vor, „...Blaubär!“ schallt es unisono hundertfach zurück. „Wie heißt der Käpt’n...?“ und zum Dritten: „Ich kann euch nicht hören...!“ Das schaukelt sich einige Male gegenseitig hoch, bis sich der knuddelige Seebär seinen Weg zum Beckenrand gebahnt hat. Constance fordert zur „größten Freibad-Polonäse der Welt“ auf, und die lieben Kleinen lassen sich nicht lange bitten. „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse/Und nun geht sie los, uns’re Polonäse/...“ Blaubär führt den aufgeregt wuselnden Gaudiwurm an – das Erlebnisbecken entlang, unter der Großrutsche durch, ums Schwimmerbecken herum, bäriges Fotoshooting mit OB in der fröhlichen Kinderschar, da ist der Käpt’n ganz Profi, und weiter geht der Spaß!
Neben der stündlich wiederkehrenden Polonäse sind ein Warm Up mit kleinen Spielchen und Tanz, eine Quizstunde mit Lügengeschichten, die mit Ja oder Nein und dem Schwimmen in eine bestimmte Richtung beantwortet werden, sowie ein Wettrechnen auf dem Aqua Jump im Schwimmerbecken feste Bestandteile der Action. Der Beckenrand wird kurzerhand zur Bühne umfunktioniert. Was die Musik betrifft, gilt die Devise: „Möglichst einfach, dann machen möglichst viele mit.“ Passend zum Sommermärchen 2010 spielen die DJs Fußballsongs und Chart-Hits am laufenden Band, u.a. „Wavin’ Flag“ von K’naan, „So seh'n Sieger aus (Schalalalala)“ von Hazy Shade oder immer wieder gern „So a schöner Tag (Fliegerlied)!“ von Donikkl. Zum Schluss gibt’s noch eine ganz eigene Autogrammstunde mit Blaubär und die Möglichkeit, sich mit ihm fotografieren zu lassen. Constance resümiert die Party: „Ich bin sehr zufrieden. Hier in Bruchsal sind unglaublich viele Kids dabei, die noch dazu wahnsinnig abgegangen sind zur Musik. Spaß und Action, was will man mehr!“ Auch Käpt’n Blaubär zeigt sich begeistert: „Ich komme seit zwei Jahren in vielen Bädern rum. Das Bruchsaler Freibad SaSch! ist mit Abstand das schönste Bad, das ich je gesehen habe!“ Und das ist kein Seemannsgarn. Apropos Bruchsaler Freibad, da findet Martin Brunner, Geschäftsstellenleiter des AOK KundenCenters Bruchsal und aktiver Sportler des TV Forst Triathlon, selbstredend nur lobende Worte: „Das Bruchsaler Freibad ist schon etwas Tolles. Als Sportler kommt man hierher mit der schönen Gewissheit, dass immer eine Bahn des Schwimmerbeckens abgesperrt ist und den Aktiven während der Öffnungszeiten für ihren Sport zur Verfügung steht!“ Auch SWB-Marketingfrau Ria Kistner ist erschöpft, aber sehr zufrieden mit dem schönen Erfolg. SWB-Bäderchef Hartmut Koch freut sich, dass das Freibadfest so gut angekommen ist. Und bis 20 Uhr tönt’s lange noch: „Heid is so a schena Dog, lala la la la...“
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